Ein kürzlich Lanzettenmikrobe Die Studie untersucht die Intrahost-Evolution und die Risikofaktoren, die mit einer längeren Infektion mit dem schweren akuten respiratorischen Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) bei immungeschwächten Patienten verbunden sind.
Studie: SARS-CoV-2-Ausscheidung und -Entwicklung bei immungeschwächten Patienten während der Omicron-Periode: eine multizentrische, prospektive Analyse. Bildquelle: Sabrewolf / Shutterstock.com
Hintergrund
Immungeschwächte Patienten sind am anfälligsten für eine SARS-CoV-2-Infektion, da sie möglicherweise keine ausreichende Immunität entwickeln und durch Impfungen weniger geschützt sind. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass immungeschwächte Patienten, insbesondere solche mit diagnostiziertem Autoimmunschwächesyndrom (AIDS), einem höheren Risiko einer längeren Infektion ausgesetzt sind; Die meisten dieser Studien sind jedoch retrospektiv und unterliegen einer gewissen Verzerrung.
Die Ausbreitung neuartiger SARS-CoV-2-Varianten wird größtenteils durch die stochastische Dynamik der Übertragung und der Wirtsclearance begrenzt. Allerdings kann die Replikation innerhalb des Wirts bei immungeschwächten Patienten dem Virus ausreichend Zeit geben, Mutationen zu erwerben.
Wissenschaftler haben die Hypothese aufgestellt, dass besorgniserregende SARS-CoV-2-Varianten (VOCs) wie die Varianten Alpha (B.1.1.7) und Omicron (BA.1) bei längeren Infektionen bei immungeschwächten Personen entstanden sind. Es bleibt unklar, ob bestehende Interventionen die Entwicklung hochmutierter Varianten bei immungeschwächten Patienten verringern oder erleichtern werden.
Über die Studie
Um dringende Fragen zur SARS-CoV-2-Infektion bei immungeschwächten Personen zu beantworten, führten die Forscher eine prospektive Überwachung bei ambulanten und stationären Patienten durch, bei denen eine SARS-CoV-2-Omicron-Infektion diagnostiziert wurde. An dieser prospektiven und multizentrischen Studie nahmen erwachsene Patienten aus fünf US-amerikanischen medizinischen Zentren teil, die alle immungeschwächt waren und in den vorangegangenen 14 Tagen positiv auf COVID getestet wurden.
Nasenproben wurden alle zwei bis vier Wochen entnommen und mittels Echtzeit-Reverse-Transkriptions-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) getestet, bis die Ergebnisse in aufeinanderfolgenden Proben negativ waren. An positiven Proben wurden eine Viruskultur und eine Sequenzierung des gesamten Genoms durchgeführt.
Durch die Analyse der Viruskultur, der Ribonukleinsäure (RNA)-Viruslast und der Sequenzdaten identifizierten die Forscher Personen, bei denen das höchste Risiko einer längeren Infektion besteht, die Auswirkungen antiviraler Behandlungen und die Evolutionsdynamik von SARS-CoV-2 bei diesen Immungeschwächten Bevölkerung.
Wichtigste Erkenntnisse
Eine längere SARS-CoV-2-Infektion kam in dieser heterogenen Gruppe mit mittelschwerer bis schwerer Immunschwäche selten vor. Bei einem breiten Spektrum immungeschwächter Erkrankungen wurde eine relativ begrenzte Entwicklung von SARS-CoV-2 festgestellt.
Bei kurz- und langfristiger Infektion war die Evolutionsrate innerhalb des Wirts ähnlich. Als Hauptunterscheidungsfaktor wurde die Länge der Infektionsperiode bei immungeschwächten Patienten angesehen.
Bei Patienten, die über einen längeren Zeitraum infiziert waren, häuften sich Mutationen in der viralen Rezeptorbindungsdomäne (RBD). Darüber hinaus wurden mehrere Substitutionen in aktuellen oder nachfolgenden Omicron-Linien beobachtet.
Untersuchungen hinsichtlich starker Risikofaktoren ergaben eine B-Zell-Dysfunktion oder -Depletion, die durch eine Anti-CD20- oder Anti-CD19-Therapie, ein Myelom oder ein Lymphom verursacht werden könnte. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit zuvor veröffentlichten Fallberichten, in denen bei längeren Infektionen eine B-Zell-Malignität festgestellt wurde, was die entscheidende Rolle von Antikörpern bei der SARS-CoV-2-Clearance unterstreicht.
Frühere Fallberichte haben eine verlängerte Virusreplikation bei Menschen dokumentiert, die mit einer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus (HIV) leben. Dies steht im Einklang mit den Erfahrungen eines Patienten in der Studienkohorte mit AIDS, der eine verlängerte Infektionsperiode von mehr als 200 Tagen hatte. Dieser Patient hatte eine CD4-Zahl von weniger als 50 Zellen/μl und zeigte eine unkontrollierte HIV-Replikation, was ebenfalls auf eine beeinträchtigte humorale Immunität zurückzuführen sein könnte.
Schlussfolgerungen
Zu den bemerkenswerten Einschränkungen der aktuellen Studie gehört die geringe Stichprobengröße mit einer Folgeprobe, die mittels Echtzeit-RT-PCR positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, was den Umfang der Untersuchung relevanter Eigenschaften der Virusentwicklung einschränkte. Um mögliche Verzerrungen hinsichtlich des Status einer Immunschwäche abzumildern, wurde die Definition bewusst weit gefasst; Dies führte jedoch auch dazu, dass Personen mit leichten bis mäßigen Immunschwächen einbezogen wurden, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer längeren Infektion geringer war.
Da fast 75 % der Patienten keine positive Folgeprobe hatten, könnte die Häufigkeit der Probenentnahme zwischen zwei und vier Wochen als zu selten angesehen werden. Eine weitere bemerkenswerte Einschränkung dieser Studie war das Fehlen einer immunkompetenten Kontrollgruppe. Darüber hinaus wurde die aktuelle Studie nur in den USA durchgeführt, wodurch die Generalisierbarkeit der Ergebnisse eingeschränkt ist.
Die aktuelle Studie berücksichtigte immungeschwächte Erwachsene, die SARS-CoV-2-positiv waren, und stellte fest, dass die Infektionsdauer und die Entwicklung des Virus bei Patienten mit B-Zell-Depletion und Malignität länger dauerten. Mutationen bei immungeschwächten Patienten waren nicht unbedingt prädiktiv für nachfolgende Omicron-Mutationen, was darauf hindeutet, dass alternative Ansätze, die auf der Genomüberwachung basieren, nützlich sein könnten.
