OBERSTEN ZEILE:
Bei Frauen mit zervikaler intraepithelialer Neoplasie Grad 2 (CIN2) ist eine Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) vor dem 20. Lebensjahr mit einem geringeren Risiko einer Progression verbunden.
METHODIK:
- Forscher analysierten Daten von 7904 Frauen in Dänemark, die zwischen 2007 und 2020 einer aktiven Überwachung auf CIN2 unterzogen wurden.
- CIN2-Läsionen bilden sich häufig von selbst zurück. Ihre Entfernung könne das Risiko einer Frühgeburt bei nachfolgenden Schwangerschaften erhöhen, stellten die Forscher fest.
- Fast die Hälfte der Frauen hatte mindestens ein Jahr vor der Diagnose einer Zervixdysplasie mindestens eine Dosis eines HPV-Impfstoffs erhalten.
WEGBRINGEN:
- Während der 28-monatigen Nachbeobachtungszeit betrug das Progressionsrisiko 22,9 % für Frauen, die vor dem 15. Lebensjahr geimpft wurden, 31,5 % für Frauen, die im Alter zwischen 15 und 20 Jahren geimpft wurden, und 37,6 % für Frauen, die nicht geimpft wurden.
- Frauen, die vor dem 15. Lebensjahr geimpft wurden, hatten nach Berücksichtigung von Zytologie, Einkommen und Bildung ein um 35 % geringeres Progressionsrisiko als ungeimpfte Frauen (bereinigtes relatives Risiko 0,65; 95 %-KI 0,57–0,75).
- Bei 0,37 % der ungeimpften Frauen und 0,13 % der geimpften Frauen trat Gebärmutterhalskrebs auf.
- Alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs in der geimpften Gruppe traten bei Frauen auf, die den Impfstoff nach dem 20. Lebensjahr erhielten.
IN DER PRAXIS:
„Diese Ergebnisse legen nahe, dass der HPV-Impfstatus verwendet werden kann, um Frauen mit einem höheren Risiko für eine Progression zu identifizieren und so eine Risikostratifizierung zum Zeitpunkt der CIN2-Diagnose zu ermöglichen“, schreiben die Forscher.
QUELLE:
Louise Krog, BscMed, von der Universität Aarhus, Aarhus, Dänemark, war die korrespondierende Autorin der Studie. Die Studie wurde am 30. Dezember 2023 online im veröffentlicht American Journal of Obstetrics & Gynecology.
EINSCHRÄNKUNGEN:
Die Studienautoren hatten nur begrenzte Informationen über potenzielle Störfaktoren wie Rauchen, immunsuppressive Erkrankungen und das Alter, in dem die Patienten sexuell aktiv wurden.
OFFENLEGUNG:
Die Studie wurde von der Dänischen Krebsgesellschaft, dem Carpenter Axel Kastrup-Nielsen's Memorial Fund und dem Dagmar Marshall's Fund finanziert. Co-Autoren gaben Verbindungen zu AstraZeneca, Roche und Hologic bekannt.
