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Bakterien im Mund könnten eine Rolle beim Überleben bei idiopathischer Lungenfibrose (IPF) spielen, heißt es in einer neuen Studie unter der Leitung von Forschern der University of Michigan und der University of Virginia.
Die Ergebnisse stammen aus einer umfassenderen Analyse der Rolle des Lungenmikrobioms und der IPF. Die CleanUP-IPF-Studie geht von der Hypothese aus, dass eine Behandlung mit Antibiotika die Ergebnisse bei Patienten mit dieser Krankheit verbessern könnte, und umfasst die Entnahme von Wangenabstrichen und anderen Proben, um Veränderungen in Bakterienpopulationen zu untersuchen.
David O'Dwyer, MD, Ph.D., von der Abteilung für Lungen- und Intensivmedizin an der UM Medical School, sah in Zusammenarbeit mit John Kom, MD und Imre Noth, MD, von der University of Virginia und ihrem Team eine Chance auch um die Rolle des oralen Mikrobioms bei Lungenerkrankungen zu untersuchen, da mittlerweile allgemein anerkannt ist, dass Bakterien aus Mund und Rachen einen wesentlichen Beitrag zum Lungenmikrobiom leisten.
Mithilfe der 16S-rRNA-Analyse und anderer genetischer Techniken extrahierte das Team DNA aus den Wangenabstrichen, um nach Hinweisen zu suchen.
Überraschenderweise stellten sie fest, dass bei bestimmten Patienten mit IPF, die nicht mit Antibiotika behandelt wurden, tendenziell eine Bakterienart, Streptococcus mitis, dominierte. Darüber hinaus hatten diese Patienten eine bessere Lungenfunktion und weniger schwere Erkrankungen – und letztendlich hatten sie eine höhere Überlebenschance.
Bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass eine größere Vielfalt an Bakterien in der Lunge und im Darm auf eine bessere Gesundheit hinweist. Das gelte jedoch nicht für den Mund, bemerkte O'Dwyer. Streptococcus mitis tendiere dazu, als Torwächter gegenüber anderen bakteriellen Bedrohungen zu fungieren, einschließlich solcher, die Parodontitis verursachen können, sagte er.
Das Team fand insbesondere nicht die gleiche schützende Beziehung zwischen oralem Streptococcus mitis und IPF bei Patienten, die Antibiotika erhalten hatten. Zukünftige Studien zielen darauf ab, die verschiedenen Bakterienpopulationen in der Mund- und Lungenumgebung von Patienten mit IPF weiter zu bestimmen, um den Zusammenhang zwischen diesen Mikrobiomen und der Krankheit zu verstehen.
Die Forschung wird im veröffentlicht American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine.
Mehr Informationen:
David N. O'Dwyer et al, Kommensale orale Mikrobiota, Krankheitsschwere und Mortalität bei fibrotischer Lungenerkrankung, American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (2023). DOI: 10.1164/rccm.202308-1357OC
Zur Verfügung gestellt von der University of Michigan
Zitat: Bakterien im Mund stehen im Zusammenhang mit dem Überleben bei Lungenfibrose (2024, 7. Februar), abgerufen am 7. Februar 2024 von https://medicalxpress.com/news/2024-02-bacteria-mouth-linked-pulmonary-fibrosis.html
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