Die Umsetzung von Strategien zur Optimierung der Nutzung elektronischer Patientenakten (EHR) kann Zeit sparen, die Beziehung zwischen Arzt und Patient verbessern und Burnout reduzieren, heißt es in einem neuen Artikel zum Praxismanagement.
Michelle Kang Kim, MD, PhD, Lehrstuhlinhaberin für Gastroenterologie an der Cleveland Clinic, Ohio, und Kollegen stellen EHR-Verbesserungsstrategien und Beispiele vor, die für den Einsatz in verschiedenen gastroenterologischen Klinikumgebungen angepasst werden können.
Ihr Artikel, der online veröffentlicht wurde in Klinische Gastroenterologie und Hepatologieenthält unter anderem folgende Vorschläge:
- Entwickeln Sie Optimierungsteams. Ein Beispiel ist SPRINT, eine kurze, intensive teambasierte Intervention an der University of Colorado Health, Aurora, Colorado, die fachspezifische Tools entwickelte, EHR-Effizienzschulungen anbot und zur Rationalisierung von Arbeitsabläufen beitrug. Das Optimierungsprojekt erhöhte die EHR-Zufriedenheitswerte und verkürzte die Dokumentationszeit.
- Leiten Sie Nachrichten mit geringer Aufmerksamkeit um. Das Nachfüllen von Medikamenten mit geringem Risiko oder Terminanfragen können von Krankenschwestern und medizinischen Assistenten bearbeitet werden. Diese Strategie hat dazu beigetragen, die Belastung des Posteingangs zu verringern.
- Erstellen Sie Auftragssätze für die Dosierung komplexer Behandlungen. Ein Beispiel ist das Helicobacter pylori-Bestellset der Cleveland Clinic, das es Ärzten ermöglicht, schnell Bestellungen mit integrierten Dosierungen aufzugeben.
- Personalisieren Sie EHR-Dropdown-Menüs. Integrieren Sie Schweregrade für entzündliche Darmerkrankungen (IBD), Biopsieprobenentnahmen, Resektionsprotokolle, Probenbehälternummerierung und andere arbeitsablaufspezifische Dokumentation in die EHR.
- Stellen Sie medizinische Schriftgelehrte ein. Diese Fachkräfte können als persönliche Assistenten fungieren, Pflegeteams unterstützen und die Dokumentationszeit für Ärzte verkürzen. Alternativ kann klinisches Hilfspersonal, z. B. Krankenschwestern, bei der Dokumentation und Meldungen behilflich sein und so dazu beitragen, das Burnout bei Ärzten zu reduzieren. „Diese Modelle könnten besonders nützlich in gastrointestinalen Fachgebieten sein, die einen multidisziplinären Ansatz erfordern, zum Beispiel IBD und Hepatologie“, schreiben die Autoren.
- Bieten Sie Echtzeitschulungen zu Best Practices an. Es gibt keinen allgemein akzeptierten EHR-Schulungslehrplan für Studenten, und erfahrene Ärzte sind beim Erlernen neuer Praktiken mit zeitlichen Einschränkungen konfrontiert. Echtzeitschulungen können Ärzten aller Ebenen dabei helfen, ihre Zeit außerhalb der Klinik zu optimieren.
Darüber hinaus befassten sich die Autoren mit neuartigen Tools und Strategien, die kürzlich eingesetzt wurden und/oder sich in der Entwicklung befinden und größtenteils auf künstlicher Intelligenz (KI), Verarbeitung natürlicher Sprache und Spracherkennung basieren. Derzeit digitalisieren diese Tools Daten, um einige EHR-Aufgaben zu automatisieren, die Kommunikation mit Patienten zu unterstützen und die klinische Entscheidungsfindung zu unterstützen.
Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass aktuelle Optimierungstools zwar vielversprechend sind, „es aber immer noch an Wissen über deren Verwendbarkeit und Auswirkungen auf das Wohlergehen von Anbietern und Patienten mangelt“. Weitere Forschung ist erforderlich, um aktuelle Methoden zu bewerten und intelligente Tools für die Zukunft zu entwerfen wird GI-Anbietern dabei helfen, die EHR-bezogenen Hürden unseres Fachgebiets zu überwinden und das enorme Potenzial der KI bei der Optimierung der vielbeschäftigten GI-Praxis zu nutzen.“
Diese Arbeit erhielt keine externe Finanzierung und die Autoren gaben keine Konflikte bekannt.
